Lackierhallen Airbus 380, Hamburg

Im Westen des ehemaligen Mühlenberger Lochs werden im Rahmen des Neubaus einer Werft für den Airbus A380 zwei eingeschossige Lackierhallen, je ca. 98x100 m, errichtet. Die Hallen werden dreiseitig durch Stahlbetonwände umschlossen. Die vierte Seite kann auf 100m Breite vollständig geöffnet werden. Wegen der für den Lackierbetrieb erforderlichen Behandlung und Erwärmung der Luft wurde das Volumen der Halle minimiert. Daher richtet sich die lichte Höhe der Halle nach Rumpf und Tragflächen des Airbusses A380. Lediglich für das Seitenleitwerk wird an der Torseite eine sogenannte "Hutze" mit ausreichender lichter Höhe für das Seitenleitwerk gebaut. Diese Hutze erfordert für den Torträger eine ungewöhnliche, zweifach gekröpfte Form. Die quer dazu verlaufenden Hauptfachwerkträger liegen oberhalb des Hallendaches.

Neben einer wirtschaftlichen Optimierung der Stahlkonstruktion der Fachwerkträger haben Lange + Ewald die Anschluss- und die Montagestatik erstellt. Dabei hatte die Zuverlässigkeit der Stahlbaumontage die oberste Priorität.

Die Baugenehmigung schreibt für verschiedenen Stahlbauteile eine feuerhemmende Ausführung (F30) vor. Lange + Ewald konnten nachweisen, dass alle Bauteile des Dachtragwerkes auch ohne Bekleidung für den Brandfall eine ausreichende Tragfähigkeit haben. Architektonische und wirtschaftliche Vorteile konnten so realisiert und Risiken für den Bauablauf vermieden werden.

Im Einzelnen wurden folgende rechnerische Nachweise geführt:

  • Die Querschnitte der Torträger sind massiv genug, so dass für den Brandfall eine ausreichende Tragfähigkeit nachgewiesen werden konnte.
  • Im Brandfall muss eine ausreichende Stabilisierung der Torträger gegeben sein. Da die Pfetten, die die Torträger im kalten Zustand stabilisieren, im Brandfall ausfallen können, wurde mit modernen Rechenverfahren (u.a. EC3-1-2) eine Stabilisierung durch die Hauptfachwerkträger nachgewiesen. Die Längenänderungen infolge Temperaturerhöhung und temperaturabhängige Spannungs-Dehnungs-Beziehungen wurden in der Berechnung berücksichtigt.
  • Ein Nachweis der Tragfähigkeit der ebenfalls unbekleideten Querschnitte der Hauptfachwerkträger im Brandfall wurde aufgestellt.