Kraftwerk Boxberg

Seit Oktober 2006 baut Vattenfall in der Oberlausitz/Sachsen den neuen Block R am Kraftwerkstandort Boxberg. Stellen der ersten Stütze des Kesselhauses war im Februar 2008, im Jahr 2010 wurde das 135m hohe Haus fertig gestellt und erzeugt seit 2012 Strom.

Die Tragwerksplanung des Kesselhauses wurde vollständig von Lange + Ewald Ingenieure erbracht. Unser Leistungsbild im Einzelnen:

  • Entwurfsplanung des gesamten Stahlbaus in enger Abstimmung mit der Anlagenplanung. Die 3D-Planungen des Anlagenbaus (PDS bei Hitachi) und des Stahlbaus (Tekla bei LE) wurden täglich ausgetauscht und ermöglichten so eine bisher unbekannte Bearbeitungstiefe an der Schnittstelle zwischen Anlagenbau und Stahlbau.
  • Stabstatik und Anschlüsse des Kesselgerüstes und des Kesseltragrostes. Das Kesselgerüst (KG) ist das wichtigste aussteifende Bauteil des Gebäudes. Die KG-Stützen stehen auf einem Quadrat von 30,5m x 30,5m und haben an der Basis Außenabmessungen von 2,80m x 2,80m.
    Der Kesseltragrost aus 5 Schweißträgern mit einer Spannweite von 30,50m leitet die Lasten des hängenden Kessels bei + 125,6 m in das Kesselgerüst ein.
  • Stabstatik sämtlicher weiterer Wände und aussteifenden Bauteile, wie der Vorderwand, der hängenden Seitenteile, der Bunkerhäuser und des Luvohauses.
    Bemerkenswert ist besonders das Luvogerüst, das die außerordentlich strengen Verformungsbeschränkungen des Luftvorwärmers, eines runden, sich drehenden Wärmetauschers ( d = 22,0 m, G = 1050 to) einhalten muß.
    Das Bunkergerüst mit den 8 darin integrierten Bunkertaschen für je 900 to Braunkohle erfordert geschickt gewählte statische Systeme, um den Anforderungen des Bauablaufes und den großen Vertikallasten gerecht zu werden.
  • Stabstatik aller Bühnenebenen mit der Planung der Ausriegelung von Begehungsflächen und dem Lastabtrag sämtlicher Komponenten wie Rohrleitungen, Kanäle usw.
  • Entwurf und Bemessung der wesentlichen Bauzustände und Bauabläufe, unter anderem die Litzenhübe der Kesseldecke, der hängenden Seitenteile und das abschnittsweise Heben des Rauchgaskanals mit der Kesselhaus-Rückwand.
    Für alle Bauzustände wurden verschiedene Führungen für die anzunehmenden bauzeitlich reduzierten Windlasten entwickelt und ausführungsreif geplant.

Lange + Ewald Ingenieure stellte die Optimierung des Tragwerkes von der Entwurfsplanung bis zu den Bauzuständen über alle Schnittgrenzen hinweg sicher. Die Koordinierung der Statiken des Kesselgerüstes, der aussteifenden Wände und der Bühnen erfolgte in unserem Haus. Die Weiterleitung der Schnittgrößen wurde entsprechend der Kombinationsregeln (VGB-RiLi, DIN 1055) einschließlich der Verkehrslastreduzierung geregelt und schlüssig dokumentiert.

Die direkte Abstimmung mit der Anlagenplanung sowie dem ausführenden Stahlbauer führte zu einem für alle Beteiligten erfolgreichen Verlauf der Stahlbauarbeiten.