Bürogebäude Junghof

In Frankfurt am Main entstand in den Jahren 2000 bis 2003 das Bürogebäude Junghof, teilweise unter Umbau eines seit vielen Jahrzehnten bestehenden Bauwerks.

Die Lage in unmittelbarer Nähe der Frankfurter Hochhäuser veranlaßte den Bauherrn, die OFB Projektentwicklungs-GmbH, und die Architekten dazu, mit einer Erweiterung des Bestandes über die Hochhausgrenze von 22m hinweg sich gegenüber der benachbarten Blockrandbebauung abzuheben und eine Annäherung an die großen Hochhäuser zu wagen. Eine außergewöhnlich geformte Dachlandschaft betont dies besonders.

Da diese Dächer ihre Lasten nur in die vorhandenen Treppenhäuser abgeben können, spannen sie als kleine Brücken über rund 36m mit Auskragungen von bis zu 12m.

Die architektonische Form des zweigeschossigen Daches lag zu Beginn des Projektes nur als CAD-Plan mit Spline Funktionen vor. Unser Büro entwickelte die mathematischen Formulierungen, mit denen das Bauwerk ausschreibungsgerecht definiert werden konnte und aus denen von Lange+Ewald Ingenieure z.B. geometrische Vorgaben für die Ausführung der Verkleidungen oder für die Schalpläne abgeleitet wurden.

Wegen der Belastbarkeit des vorhandenen Baukörpers kam für das Dach nur eine leichte Stahlverbundkonstruktion in Frage. Diese kam auch dem transparenten Charakter des Architektenentwurfes entgegen. Die hohen Forderungen an den Feuerwiderstand (F90-A) konnten mit einem von unserem Büro entwickelten Konzept auf Basis der Eurocodes erfüllt werden, das es erlaubt, viele Stahlbauteile sichtbar zu belassen. Durch die Wahl von statischen Systemen im Brandfall, die von denen im „kalten Zustand“ abweichen, und die entsprechenden Nachweise im Brandfall konnte die Anzahl der zu verkleidenden Bauteile minimiert werden.

Lange + Ewald Ingenieure deckte die Schnittstelle zwischen Objektplanung, Tragwerksplanung und Werkplanung der ausführenden Unternehmen ab. Dabei wurde vor allem auf eine Vereinfachung der Konstruktion und der Logistik geachtet. Als Beispiel dafür können die aus energetischen Gründen erforderlichen Beton-Fertigteilelemente in der Dachhaut genannt werden, die in höher geneigten Bereichen wegen terminlicher und wirtschaftlicher Gründe nicht als Ortbeton ausgeführt werden konnten. Unter geschickter Ausnutzung von Symmetrien und unter Beachtung erforderlicher Toleranzen konnten so 650 der insgesamt 680 Fertigteile baugleich ausgeführt werden.